EnEV 2009 - Was ist neu?

Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, im Rahmen der internationalen Verpflichtung des "Kyoto-Protokolls", die CO2-Emissionen in Deutschalnd deutlich zu reduzieren. Einen ersten Schritt dazu stellte 2002 die Energieeinsparverordnung (EnEV) dar.

Seit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 und den Novellierungen von 2004 und 2007 ist das Anforderungsniveau an Wohngebäude nahezu unverändert geblieben. Mit der Einführung der EnEV 2009 zum 01.10.2009 tritt eine Verschärfung der Anforderung in Kraft.

Ziel der EnEV 2009 ist es, den Primärenergiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich um etwa 30 Prozent zu senken.

Änderung zur EnEV 2007


Die wesentlichen Änderungen der EnEV 2009 laut Kabinettsentwurf mit Maßgaben des Bundesrates sind:

  • Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) bei Neubau und Sanierung um ca. 30%.
  • Verschärfung der energetischen Anforderungen an Außenbauteile im Falle wesentlicher Änderungen im Gebäudebestand um ca. 15%.
  • Einführung des Referenzgebäudeverfahrens für Wohngebäude. Der maximal zulässige Primärenergiebedarfskennwert wird für das Gebäude individuell anhand eines Referenzgebäudes mit gleicher Geometrie, Ausrichtung und Nutzfläche unter der Annahme standardisierter Bauteile und Anlagentechnik ermittelt. Der bisherige Nachweis in Abhängigkeit vom A/V-Verhältnis entfällt.
  • Einführung eines neuen Bilanzierungsverfahrens (DIN V18599) für Wohngebäude, das alternativ zum bestehenden Verfahren (nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10) für die Bilanzierung herangezogen werden kann. Das zu berechnende Gebäude und das Referenzgebäude müssen nach dem gleichen Verfahren berechnet werden.
  • Der einzuhaltende Höchstwert des spezifischen Transmissionswärmeverlustes wird bei Wohngebäuden nicht mehr in Abhängigkeit  des A/V-Verhältnisses ermittelt, sondern bezieht sich auf die Einbindung des Gebäudes und teilweise auf die Größe. Kleine freistehende Einfamilienhäuser haben demnach einen niedrigeren Transmissionswärmeverlust einzuhalten als andere Wohngebäude. 
  • Die primärenergetische Bewertung von Strom bei der Berechnung der energetischen Qualität von Gebäuden wird gegenüber der bestehenden EnEV von 2,7 auf den Faktor 2,6 verringert.
  • Regelungen zur stufenweisen Außerbetriebnahme von Nachtstromspeicherheizungen.
  • Überprüfung der Einhaltung von Nachrüstverpflichtungen und anlagentechnischen Bestimmungen der EnEV durch Bezirksschornsteinfegermeister.
  • Anpassung der Qualitätsanforderungen an Aussteller von Energieausweisen.
  • Stärkung des Vollzugs der EnEV durch die Einführung privater Nachweispflichten (Fachunternehmererklärungen) und die Erweiterung der Ordnungswidrigkeiten.

Für Planer und Bauherren ergibt sich aus der Bilanzierung der energetischen Qualität der Gebäudehülle und der Effizienz der Anlagentechnik die Möglichkeit, Gebäude gleichermaßen wirtschaftlich wie energieoptimiert zu erstellen.  Denn Stärken und Schwächen einzelner Teile des Gesamtsystems "Gebäude" werden gegeneinander aufgerechnet.

Das erfordert von Planern und Bauherren einen integrativen Ansatz, der die architektonisch-konstruktive Gebäudeplanung und haustechnische Konzeption bereits in einem frühen Stadium intelligent verknüpft. Gilt es doch, eine Vielzahl von Parametern und Nebenbedingungen bei der Planung zu berücksichtigen, um ökonomisch wie ökologisch optimiert einen möglichst geringen Jahres-Primärenergiebedarf zu erreichen.

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